Alle Artikel mit dem Schlagwort: Schulangst

Angst vor dem Schulstart

Trotz eines etwas mulmigen Gefühls freuen sich die meisten Kinder auf ihren ersten Schultag. Bei einigen überwiegt jedoch die Angst vor dem Neuen und Unbekannten. Dies sollte man als Eltern unbedingt ernst nehmen und nicht lapidar mit der Bemerkung abtun, dass doch alle anderen es auch schaffen. So besteht nämlich die große Gefahr, dass der Gang zur Schule vom ersten Tag an angstbesetzt ist. Aber was kann man dagegen tun? Zunächst darf man sich nicht von dem an Schultüren weit verbreiteten Schild „Ab hier schaffe ich es alleine!“ abschrecken lassen. Vielmehr sollte man bereits vor dem ersten Schultag das Gespräch mit der Lehrkraft suchen, um gemeinsam zu überlegen, wie es geregelt werden kann, dass das Kind den Weg von der Schul- zur Klassenzimmertür zunächst eben nicht alleine antreten muss, sondern von einer Bezugsperson an eine andere – wenn auch neue – “ übergeben“ werden kann. Beispielsweise bringt ein Elternteil das Kind zur Klassenzimmertür, wo es die Lehrkraft empfängt und mit ins Klassenzimmer nimmt. Wichtig ist hierbei, dass man sich als Elternteil nicht auf ein großes …

Schule ohne Noten ist die Zukunft – 2. Teil

Letzte Woche habe ich hier auf die ungünstigen Folgen des Leistungsdrucks durch die Noten im Schulsystem hingewiesen. Was können Sie als Eltern nun dagegen tun? Was kann die Schule tun? Was die Gesellschaft? Für Sie als Eltern: Es gibt praktisch keine Eltern, die ihren Kindern bewusst Schuldruck machen. Aber unbewusst und unterschwellig passiert das dennoch. Und zwar in fast allen Familien. Solange die Reaktion der Eltern dieselbe ist, wie die der Schule, unterstützen sie das System und erhöhen bei den empfänglichen Kindern den Druck. Wenn Sie also etwa schlechte Noten bestrafen oder rügen. Aber auch, wenn Sie gute Noten bezahlen. Mit schlechten Noten sind Kinder eh schon bestraft genug. Und gute Noten sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass Noten nicht alles sind. Schon gleich gar nicht, bis aus Ihrem Kind eine reife Persönlichkeit geworden ist, die sich über ihre Stärken und Schwächen bewusst ist. Systematische Belohnung verstärkt das Leistungsdenken, das Grundlage etwa für späteres Burnout sein kann. Natürlich sollen Sie auch keine schlechten Noten belohnen. Aber abschwächen. Sätze wie „dafür malst du wunderschön“ oder „Einstein hatte …

Schule ohne Noten ist die Zukunft – 1. Teil

Schätzen Sie mal, wie häufig wir jede Woche wegen Problemen im Zusammenhang mit der Schulleistung kontaktiert werden! 5-mal? 10-mal? mehr als 20-mal? Genau! Mehr als 20-mal klären wir jede Woche vermeintliche Störungen im Zusammenhang mit Schulleistungen ab. Es sind auch viele Kinder, die sich mit Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Herzrasen, Schwindel  oder noch intensiveren Problemen vorstellen. Und es sind zu mehr als 80% Mädchen. Echte organische Befunde sind die Ausnahme. Alles entsteht durch einen Druck, der auf die Kinder einprasselt – durch den Konflikt zwischen Erfolgsstreben (das ja auch seine guten Seiten hat) und Versagensangst. Deshalb sind es auch meist sehr gute und ehrgeizige SchülerInnen, die sich so bei uns vorstellen. Und. Es sind selten die Eltern (was viele vorschnell glauben), die bewusst diesen Druck aufbauen. Es kommt aus der Schule. Nicht persönlich auf ein einziges Kind. Nicht persönlich durch den Lehrer. Es ist das System. Was den Druck auslöst, ist das Sich-Vergleichen. Das Messen mit anderen. Die Angst, im Leben zu versagen, wenn man nicht der oder die Beste ist. Das hat das System in die …

Warum der Zusammenhang zwischen Schulangst und Blackouts viele Tausend Jahre alt ist

Um das Gefühl „Schulstress“ zu verstehen, muss man Tausende von Jahren zurückgehen. Der Körper höherer Lebewesen arbeitet in zwei unterschiedlichen Funktionsweisen – entweder im sogenannten „Entspannungs- und Verdauungsmodus“ oder im „Flucht- und Kampfmodus“. Zwischen den beiden können sie blitzschnell umschalten. Als die Menschen noch Jäger  und Sammler waren war die Unterscheidung dieser beiden Modi noch offensichtlicher, denn da gab es noch viel mehr das Risiko eines Kampfes oder einer nötigen Flucht. Im Flucht- und Kampfmodus („fight and flight“) passt sich der Körper blitzschnell an die erforderlichen körperlichen Höchstleistungen an. So steigen etwa die Herzschlagkraft und die Atmungseffektivität. Die Pupillen weiten sich, um mehr zu sehen. Gleichzeitig bekommt die visuelle Wahrnehmung aber den berühmten Tunnelblick. Die Muskulatur geht in Bereitschaft für schnelle Impulse. Lösungsorientiertes Denken ist eingeschränkt. Abbildung: Der Flucht- und Kampfmodus (Quelle: „The Fight or Flight Response“ by Jvnkfood – Own work. Licensed under CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons – http://commons.wikimedia.org/wiki/File:The_Fight_or_Flight_Response.jpg#/media/File:The_Fight_or_Flight_Response.jpg) Was hat das nun mit dem Teufelskreis der Schulangst zu tun? Kinder mit Angst arbeiten im Kampfmodus. Damit ist ihre Fähigkeit, Wissen zu …