Alle Artikel in: Ernährung

Wissenswertes über Mahlzeiten, Nährstoffe und Bedarf

BLW a

Baby led weaning – Neue Trends in der Kinderernährung

Baby-led weaning, vom Baby gesteuertes Abstillen: (k) eine Alternative zur Breikost? Bei Baby-led weaning wird im 2. Lebenshalbjahr auf die üblichen Breie, die mit dem Löffel gefüttert werden, verzichtet und direkt mit festen Lebensmitteln (Finger Food) begonnen. Dabei füttert sich das Baby von Anfang an selbst, entscheidet und kontrolliert, was und wieviel es isst. Die Eltern sind lediglich für das Nahrungsangebot zuständig! Baby-led weaning ist ein interessanter Ansatz, Babys vom frühen Alter an die Vielfalt der Familienkost zu gewöhnen. Dieses Konzept setzt allerdings voraus, dass das Kind, wenn auch gestützt, sitzen kann, um alleine Lebensmittel zum Mund zu führen. Außerdem muss die Mutter bereit sein, deutlich länger als 6 Monate zu stillen, da die Milchernährung die Hauptversorgungsquelle übers erste Lebensjahr hinaus bleibt. Bei ungeeigneter Lebensmittelauswahl kann die Zufuhr an Energie und einigen Nährstoffen knapp werden. So ganz neu ist das Konzept der englischen Hebamme Clara M. Davis von 1939 aber nicht, denn in den allermeisten Fällen wird in der üblichen Säuglingsernährung, der körperlichen Entwicklung entsprechend, eine Kombination aus Breikost und dem Übergang zur Familienkost mit …

Reishäschen

Tipp der Woche – Kochen mit Kindern

Ein wenig Reis, Schinkensahnesoße, Gurken, Tomaten und Schnittlauch – mehr brauchen Sie nicht. Den Reis mit einem Schöpflöffel und einem Kaffee-Abmesslöffelchen formen, die Soße-Wolken hinkleckern, die Gurken und die Tomaten legen: fertig ist der bunte Kinderteller. Diesen hat übrigens ein 9jähriges Kind gestaltet, es ist also auch für ein Kind selber zu schaffen. Und das Gemüse zu schneiden und zu legen fördert auch schon wieder die Motorik und mathematisches Denken. Wie auch immer, jetzt erstmal guten Appetit!

Eis

Kinder mögen’s bunt – Stimmt so nicht immer!

„Dein Kind – das widersprüchliche Wesen“ (frei nach einem Film aus den Siebzigern): Regelmäßig wird die Widersprüchlichkeit der Kinder am Esstisch sichtbar. Während Spielzeug gar nicht bunt und knallig genug sein kann, sollen insbesondere die warmen Mahlzeiten so bleich wie möglich daherkommen. Deshalb lautet die mitunter lautstarke Parole des Nachwuchses wahlweise: Nudeln (bloß nicht „tricolore“) ohne Soße, Reis ohne Soße, Spätzle ohne Soße oder auch Kloß ohne Soße! Jeden Erwachsenen gruselt es wohl schon bei dem Gedanken, diese Speisen trocken hinunterwürgen zu sollen. Eine weitere Möglichkeit, etwas Farbe auf den Teller zu bringen, würde theoretisch Gemüse darstellen. Hierzu findet man in wohlmeinenden Ratgebern immer wieder den Tipp: „Lassen Sie die Kinder bei der Zubereitung helfen, dann werden sie sich freudestrahlend auf das bunte Allerlei stürzen.“ Denkste! Die Möhrchen werden von den Nachwuchsköchen liebevoll geschält, geschnippelt, mit dem Spielzeugbagger auf den Laster, mit dem Laster über die aus Legosteinen konstruierte Brücke – die ganz nebenbei bemerkt eine architektonische Meisterleistung darstellt – in die Schüssel und dann (natürlich unter elterlicher Aufsicht) in den Kochtopf manövriert. Damit endet aber – entgegen der Expertenmeinung – die Freundschaft mit den Möhrchen. Keinesfalls darf etwas derartig Buntes das zarte Weiß der Nudeln verschandeln. Und noch weniger darf versucht werden, es mit dem Löffel seiner eigentlichen Bestimmung zuzuführen. Eine Meuterei wäre unvermeidbar. Gleiches gilt übrigens auch für optisch so Ansprechendes wie Paprika (immerhin in vier knalligen Farben erhältlich), Erbsen, Zucchini oder Tomaten (auf die wird später nochmals zurückzukommen sein). Vielleicht hätte man ja eine Chance mit Blumenkohl. Den könnte man immerhin farblich getarnt zwischen Reis und Nudeln …

BLW a

Baby isst bei Mama und Papa mit

Ab wann darf Baby nun bei Mama und Papa direkt vom Tisch mitessen – diese Frage wird oft gestellt und auch unter den Experten kontrovers diskutiert. Seit einiger Zeit gibt es den Trend, Babys immer früher mit vom Tisch essen zu lassen. „Baby-led-weaning“ (kurz BLW) heißt das Ganze und wird seit einigen Jahren propagiert, z.B. von der ehemaligen Unicef-Mitarbeiterin Gill Rapley. Tatsächlich bestätigen erste Studien, dass durch das frühe Mitessen vom Tisch Übergewicht vorgebeugt wird und der Sättigungsmechanismus besser funktioniert, weil die Kinder verschiedene Konsistenzen und Aromen frühzeitig kennen lernen. Allerdings gibt es auch Studien, die keine Unterschiede fanden. Es gibt auch Hinweise, dass die Kinder weniger mäkelig beim Essen sind, wenn sie frühzeitig bei den Eltern mitessen, sodass BLW vielleicht auch zur Akzeptanz von mehr Nahrungssmitteln durch die Kinder führt – Stichwort: „Mein Kind isst nur blanke Nudeln!“ Insgesamt ist die Sachlage laut dem Forschungsinstitut für Kinderernährung noch unklar, so dass es noch keine Empfehlung zu BLW gibt. Ein zu später Beikoststart ist jedenfalls nicht günstig. Bereits vor dem eigenen Bewältigen des Essvorgangs und …

Achtung giftig!

Achtung – Arsen in Reiswaffeln

Die Kinderärzte berichten kurz über eine aktuelle Warnung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zu Reiswaffeln. Reiswaffeln sind bei Kindern sehr beliebt und auch viele Eltern schätzen sie als kleine Zwischenmahlzeit für ihren Nachwuchs. Dass Reiswaffeln Arsen enthalten, war bekannt. Nun zeigte sich allerdings, dass der Anteil an anorganischem, giftigem Arsen in der Reiswaffel teilweise höher ist als in dem puren Reiskorn selbst. Arsen in organischen Verbindungen gilt als unproblematisch, größere Mengen von anorganischem Arsen können dagegen Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Laut EU-Beschluss gelten ab 2016 Höchstwerte. Für Erwachsene sollten laut BfR 0,2mg Arsen pro Kilogramm Reis nicht überschritten werden, für Babys und Kleinkinder schätzt das BfR den von der EU avisierten Maximalwert von 0,1 mg Arsen pro Kilogramm Reis aber als zu hoch ein! Das BfR rät darum, Reiswaffeln Babys und Kleinkindern nur gelegentlich anzubieten. DrS  

Smarties-Kuchen

Einkaufsfalle Kinderlebensmittel

Ob beim Großeinkauf am Wochenende oder wenn man nur schnell ein paar Kleinigkeiten besorgen muss: Das Einkaufen im Supermarkt wird mit Kindern immer mehr zum Spießrutenlauf. Die Süßigkeiten im Wartebereich an den Kassen sind ein sicherlich schon zur Genüge diskutiertes Ärgernis für Eltern. Mittlerweile kommt es aber auch schon vorher immer häufiger zu Quengelattacken, da einem aus den Regalen alle Arten von Lebensmitteln in bunten Verpackungen mit putzigen Tiergesichtern oder bekannten Zeichentrickfiguren entgegenlachen. Einerseits fühlen sich natürlich Kinder durch die optische Aufmachung auf gesprochen, was im besten Fall eine Diskussion über den Kauf und im schlechtesten einen Wutanfall bei Verweigerung dieses Wunsches nach sich zieht. Andererseits lassen sich aber auch viele Eltern täuschen von Aufdrucken, die die Lebensmittel als besonders geeignet für Kinder anpreisen. Dies führt häufig zu der irrigen Annahme, die Produkte seien besonders auf die ernährungsphysiologischen Bedürfnisse von Kindern ausgerichtet. Hier soll anhand von drei Beispielen gezeigt werden, dass dies leider nicht der Realität entspricht. Bei Kindern sehr beliebt ist z.B. Wurst in verschiedenen Tierformen, die den Eindruck vermittelt, sie sei besonders für …

fr1da

Hat mein Kind „Zucker“?

Diese Frage wir uns oft gestellt. Zu Recht, schließlich ist der Typ 1 Diabetes die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter. Typ 1 Diabetes ist eine Autoimmunkrankheit. Das heißt, der Körper richtet seine Abwehr gegen die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse und diese Zellen werden zerstört. Ohne Insulin kann der mit der Nahrung aufgenommene Zucker nicht mehr aus dem Blut in die Körperzellen gelangen. Es kommt zur Ansammlung von Zucker im Blut. Die betroffenen Personen müssen deshalb Insulin spritzen, sonst drohen schwere Gesundheitsschäden. Erkannt wird die Erkrankung oft erst, wenn bereits schwere und zum Teil lebensbedrohliche Symptome auftreten. Zumeist entwickelt sich die Erkrankung im Kindesalter. Mittels eines einfachen Bluttests ist es nun im Rahmen der Fr1da-Studie möglich, die Erkrankung bereits Jahre vor den ersten Symptomen (vermehrtes Trinken, vermehrtes Wasserlassen, unklare Gewichtsabnahme, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, …) zu erkennen und zu diagnostizieren. Durch eine frühzeitige Diagnose kann der Blutzucker der Betroffenen gut überwacht werden und eine ausführliche Schulung der Eltern und Kinder in ruhiger Atmosphäre erfolgen. Durch die rechtzeitig begonnene Insulinbehandlung werden so schwerwiegende Gesundheitsprobleme verhindert. Die Untersuchung …

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Ist Zimt gesundheitsbedenklich?

Die Kinderärzte lieben sie auch, die Vorweihnachtszeit. Kinder öffnen gespannt die Adventskalendertürchen, Kerzen brennen auf dem Tisch und es duftet nach Plätzchen. Sehr beliebt sind auch bei Kindern Zimtsterne. Nun wurde kürzlich bzgl. des Verzehrs von Zimt von den Verbraucherschutzministern der Länder gewarnt. Warum? Zimt, wie wir ihn kennen, ist die getrocknete Rinde des Zimtbaums. Zimt enthält eine Vielzahl von Stoffen, besonders ist aber Cumarin zu erwähnen. Bei Kindern (gerade unter 5 Jahren), aber auch bei empfindlichen Erwachsenen, kann der Stoff zu Leberschäden führen. Die Leber kann sich zwar erholen, aber eine gewisse Vorsicht ist dennoch angebracht. „Wir können nicht ausschließen, dass es bei empfindlichen Personen zu einer Beeinträchtigung der Leber kommt, wenn sie die tolerierbare tägliche Cumarinmenge regelmäßig überschreiten“, sagt Jürgen Kundke vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Die früher angenommene krebsfördernde Wirkung des Cumarin ist aber widerlegt. Als höchste unbedenkliche Tagesmenge an Cumarin wird vom BfR 0,1mg Cumarin pro Kilogramm Körpergewicht angegeben. Cumarin wird übrigens auch bei der Herstellung von Kosmetika verwendet. Die Empfehlung für Kinder ist, die regelmäßig aufgenommene Zimtmenge zu begrenzen. Ein …

Klo

Wenns nicht klappt – was tun bei Verstopfung?

Die Kinderärzte meinen: Ein leidiges Thema ist die Verstopfung – die Kinder sind wirklich geplagt! Manchmal tritt die Verstopfung auch nur als kurze Episode auf, bei einer Dauer von über 3 Monaten spricht man dann aber von einem chronischen Problem. Die Kinder leiden unter Bauchschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Blähungen und Schmerzen beim Toilettengang. Zum Teil sind auf dem Stuhl Blutauflagerungen als Folge von – schmerzhaften – Schleimhauteinrissen zu sehen. Der Stuhl ist oft großkalibrig und sehr hart, manchmal geht unwillkürlich Stuhl ab oder die Unterhose ist oft verschmiert. Paradoxerweise kann es auch zu scheinbarem Durchfall kommen, wenn der Darm sich sozusagen versucht, selbst zu helfen. Neben situativen Auslösern (beispielsweise Änderungen des Tagesrhythmus oder der Umgebung), Problemen bei der Sauberkeitserziehung oder ähnlichen äußeren Ursachen sind gerade auch ernährungsbedingte Verstopfungen häufig. Natürlich kann auch einmal eine Erkrankung (z.B. des Darmes oder der Nerven) dahinterstecken, dies ist jedoch viel seltener. Ein Besuch beim Kinderarzt ist bei Verstopfung immer angeraten. Ansonsten ist eine gewisse Umstellung der Lebensgewohnheiten manchmal doch nötig. Zunächst sollte man auf eine gesunde, ballaststoffreiche Ernährung achten. …