Alle Artikel mit dem Schlagwort: Baby

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Warum wir Neugeborenen ein Screening auf angeborene Herzfehler empfehlen

Knapp 1% der Kinder kommt mit einem fehlgebildeten Herzen oder Fehlern der großen Gefäße am Herzen, also vor allem der Aorta (Hauptschlagader), auf die Welt. Gottseidank sind viele dieser Herzfehler trotzdem gut mit dem Leben vereinbar. Und ein Teil kann sich sogar von selbst normalisieren. Es bleiben dennoch einige Fehler, die Relevanz haben. Weil sie die Umstellung des Kreislaufs nach der Geburt behindern und damit die Reifung der Lungengefäße. Weil sie Bluthochdruck begünstigen können (mit allen Folgen). Weil sie ein Risiko bei körperlicher Belastung darstellen. Weil sie das Herz schwächen. Weil sie die körperliche Entwicklung behindern. Oder noch aus anderen Gründen im Einzelfall. Wie läuft das Screening ab?  Es reicht in der Regel eine Ultraschalluntersuchung und ein EKG. Wann sollte das Screening erfolgen? Um schwere Herzfehler zu erkennen, die eine rasche Behandlung erfordern, wäre ein möglichst frühzeitiges Screening sinnvoll. Allerdings können direkt nach der Geburt manche vermeintliche Veränderungen am Herzen noch normal sein. Ein guter Kompromiss ist deshalb das Alter von 3-4 Monaten. Immer vorausgesetzt, es gibt keine Auffälligkeiten (dann natürlich sofort). In jedem Fall …

Schaf Bäuchlein 2

Singen beruhigt Babys

Viele Eltern tun es automatisch – sie singen oder summen, wenn das Baby brüllt. Aber hilft das denn wirklich? Forscher untersuchten die Unterschiede in der Wirkung auf Babys, wenn Eltern singen oder mit den Kindern nur sprechen. Dabei wurden auch andere mögliche Einflüsse berücksichtigt wie die Reaktion auf die Muttersprache oder die reine Wirkung der Anwesenheit eines Elternteils. Das Ergebnis war deutlich: Singen beruhigte die Kinder doppelt so lange, wie wenn die Kinder nur Gesprochenes hörten. Und dies übrigens unabhängig davon, ob es normales Reden eines Erwachsenen war oder „Babytalk“. Deshalb: Trauen Sie sich zu singen – für die Kinder ist es auch nicht wichtig, ob jeder Ton genau getroffen wird. Ihr Kind lässt sich so auf jeden Fall besser beruhigen. Ein Zitat zum Schluss: Schon ein ganz kleines Lied kann viel Dunkel erhellen. (Franz von Assisi)

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5 Regeln für Nasentropfen bei Babies und Kindern

Schnupfensaison! Und immer wieder stellt sich die Frage nach Nasentropfen. Es ist inzwischen ja allgemein bekannt, dass man Nasentropfen nicht längerfristig geben sollte, weil die Nasenschleimhaut sich sonst verändert. Das ist auch so. Allerdings gilt dies für Erwachsene mehr als für Kinder. Bei Kindern gelten folgende 5 Regeln: Prüfen Sie, ob 0,9% Kochsalzlösung ausreicht (diese dürfen Sie fast unbegrenzt oft in die Nase träufeln, schon allein um die Schleimhaut anzufeuchten, was die Wehrfähigkeit der Schleimhaut gegen Schnupfenviren stärkt) Wenn Sie abschwellende Nasentropfen benötigen, nehmen Sie die niedrigst mögliche Kombination (auch für Erwachsene können z.B. die abgeschwächten Kindertropfen ausreichen) Wenn Sie die Tropfen bei Ihren Kindern anwenden, reichen oft ein oder zwei Gaben am Tag (und vor allem vor der Nacht) aus Frische, kühle und angefeuchtete Luft unterstützt die Wirkung der abschwellenden Nasentropfen Die chemischen Wirkstoffe verlieren bei Nasentropfen verhältnismäßig schnell ihre Wirksamkeit. Achten Sie deshalb auf das Haltbarkeitsdatum. Wenn Sie das beachten, wird Ihr Kind keinen Schleimhautschaden bekommen. Auch nicht, wenn im Einzelfall (z.B. wegen einer Mittelohrentzündung) einmal länger als 1 bis 2 Wochen behandelt …

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Was tun, wenn Babys Bäuchlein weh tut?

Die Kinderärzte kennen es: Häufig leiden junge Säuglinge unter den sog. Dreimonatskoliken. Dies ist für Kinder und Eltern eine oft sehr belastende Symptomatik. Die Nächte können äußerst unruhig sein. Wichtig ist zunächst die beruhigende Aussage, dass die Probleme im Lauf der Zeit deutlich abnehmen. Achten Sie besonders auf die Schaffung einer ruhigen Atmosphäre. Manchmal kann es hilfreich sein, sich bei der Betreuung des Kindes abzulösen. Versuchen Sie, selbst Ruhepausen zu bekommen und sich etwas Gutes zu tun. Folgende Maßnahmen können die Beschwerden lindern: Die stillende Mutter sollte die üblichen Ernährungshinweise beachten. Viele Kinder tun sich sehr schwer beim Aufstoßen und müssen dies erst regelrecht lernen. Lassen Sie dem Kind dafür viel Zeit (anfangs bis zu 30 Minuten!). Verwenden Sie ggf. Sab simplex oder Lefax. Dies sind Substanzen, die den Milchschaum im Magen zusammenfallen lassen und so das Aufstoßen erleichtern. Die Luft, die nach oben entweicht, muss nicht durch den Darm! Die Haltung im Fliegergriff erleichtert manchen Kindern ebenfalls die Beschwerden. Es kann hilfreich sein, die Nahrung direkt mit Fencheltee anzurühren, sofern Sie nicht stillen. Man …

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Baby isst bei Mama und Papa mit

Ab wann darf Baby nun bei Mama und Papa direkt vom Tisch mitessen – diese Frage wird oft gestellt und auch unter den Experten kontrovers diskutiert. Seit einiger Zeit gibt es den Trend, Babys immer früher mit vom Tisch essen zu lassen. „Baby-led-weaning“ (kurz BLW) heißt das Ganze und wird seit einigen Jahren propagiert, z.B. von der ehemaligen Unicef-Mitarbeiterin Gill Rapley. Tatsächlich bestätigen erste Studien, dass durch das frühe Mitessen vom Tisch Übergewicht vorgebeugt wird und der Sättigungsmechanismus besser funktioniert, weil die Kinder verschiedene Konsistenzen und Aromen frühzeitig kennen lernen. Allerdings gibt es auch Studien, die keine Unterschiede fanden. Es gibt auch Hinweise, dass die Kinder weniger mäkelig beim Essen sind, wenn sie frühzeitig bei den Eltern mitessen, sodass BLW vielleicht auch zur Akzeptanz von mehr Nahrungssmitteln durch die Kinder führt – Stichwort: „Mein Kind isst nur blanke Nudeln!“ Insgesamt ist die Sachlage laut dem Forschungsinstitut für Kinderernährung noch unklar, so dass es noch keine Empfehlung zu BLW gibt. Ein zu später Beikoststart ist jedenfalls nicht günstig. Bereits vor dem eigenen Bewältigen des Essvorgangs und …

Achtung giftig!

Achtung – Arsen in Reiswaffeln

Die Kinderärzte berichten kurz über eine aktuelle Warnung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zu Reiswaffeln. Reiswaffeln sind bei Kindern sehr beliebt und auch viele Eltern schätzen sie als kleine Zwischenmahlzeit für ihren Nachwuchs. Dass Reiswaffeln Arsen enthalten, war bekannt. Nun zeigte sich allerdings, dass der Anteil an anorganischem, giftigem Arsen in der Reiswaffel teilweise höher ist als in dem puren Reiskorn selbst. Arsen in organischen Verbindungen gilt als unproblematisch, größere Mengen von anorganischem Arsen können dagegen Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Laut EU-Beschluss gelten ab 2016 Höchstwerte. Für Erwachsene sollten laut BfR 0,2mg Arsen pro Kilogramm Reis nicht überschritten werden, für Babys und Kleinkinder schätzt das BfR den von der EU avisierten Maximalwert von 0,1 mg Arsen pro Kilogramm Reis aber als zu hoch ein! Das BfR rät darum, Reiswaffeln Babys und Kleinkindern nur gelegentlich anzubieten. DrS