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Film-Tipp: The Black Swan – Ein unheimliches Drama mit kinder- und jugendpsychiatrischem Tiefgang

Perfection is not just about control. It’s also about letting go.

Ein unheimlicher Film, der sich mit dem Thema Perfektionismus und deshalb auch mit der Perfektion in der Kindererziehung auseinandersetzt. Das Thema ist der rote Faden, der sich durch den Film vor dem Hintergrund einer Ballett-Geschichte hindurchzieht. Black Swan, der der brillanten Hauptdarstellerin Natalie Portman 2011 einen Oscar einbrachte, ist mit unzähligen Filmpreisen ausgezeichnet worden.

Die Story: Eine Mutter setzt alles daran, in ihrem Kind ihren eigenen Traum einer Star-Primaballerina erfüllt zu sehen. Dazu übt die vordergründig liebende Mutter eine subtile aber umfassende Kontrolle auf das Leben ihres Kindes aus und das Kind zeigt Gehorsam und eiserne Disziplin. Dieses Streben nach Perfektion hemmt die junge Frau, lässt sie psychisch erkranken (und zwar erleidet sie eine autoaggressive Erkrankung, also den Zwang zu Selbstverletzungen, eine Essstörung und Wahrnehmungsstörungen), was sie schließlich zerstört. Trotz allen vordergründigen Erfolgs.

Deshalb dieser Film- und Lebens-Tipp:

Perfektion ist nicht nur eine Frage der Kontrolle. Es ist genauso wichtig sich fallen zu lassen.

Natürlich ist die Thematik, wie immer in einem Spielfilm, vereinfacht und überzeichnet dargestellt. Aber die Message des Filmes bleibt. Und der möchten sich die Kinderärzte anschließen.

Viel schlimmer als zu wenig Kontrolle in der Kindererziehung wirkt sich in der Regel zu viel Kontrolle aus. In den ersten Jahren unserer Kinder legen wir ja mit fest, ob sie später perfektionistisch, überzogen selbstkritisch und damit anfällig für mangelhaften Selbstwert oder sogar für psychische Erkrankungen werden. Helfen wir den Kindern schon von klein auf, das Fallenlassen zu lernen. Vielleicht müssen wir das dazu selbst erst einmal lernen oder zumindest reflektieren. Und wir müssen auch lernen, die Angst loszulassen, eventuell die Kontrolle in der Kindererziehung zu verlieren. Aber auch das lohnt sich. Ausserdem: Wir werden sie nicht verlieren.

Gönnen Sie sich den Film (FSK 16).

DrGH

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von

Dr. med. Gerald Hofner

Dr. Gerald Hofner war wissenschaftlicher Mitarbeiter und Oberarzt der Universitätskinderklinik Erlangen-Nürnberg, bevor er seit 2003 in der von ihm gegründeten Praxis für Kinder und Jugendliche in Neudrossenfeld und Bayreuth tätig wurde. Sein Fokus liegt auf der Schwerpunktversorgung für Kinderkardiologie, Kinderpneumologie und Jugendsportmedizin, sowie auf der Prävention. Ihm ist dabei wichtig, die Erkenntnisse der Wissenschaft verständlich zu den Patienten und ihren Familien zu bringen. Als Vater von zwei Töchtern weiß er um die Probleme von Familie.

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  1. Pingback: Wenn Kinder nicht verlieren können… – der Kinderarztblog

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