Familie
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„Die Arche Noah“ oder „Verschiedenheit ist ein Gewinn“

Wir leben in Deutschland in einer hochtechnisierten und hochorgansierten Gesellschaft. Dies hat viele Vorteile. Aber das hat auch Nachteile. Eine hochorganisierte Gesellschaft tut sich nämlich schwerer damit, mit vom Mainstream abweichenden Varianten klar zu kommen. Und das erleben wir eben ganz besonders schon bei Kindern.

Nicht alles, was gerade nicht in die Standardschublade passt, ist gleich unnormal.

Beispiel:

Es ist definitiv nicht automatisch unnormal, wenn ein Kind im vorherrschenden Schulsystem nicht optimal mitkommt. Oft passen der Lehrer und/oder das Schulsystem einfach nicht. Und in der Regel hat das Kind dafür andere Stärken

Wir sehen hier auf der einen Seite eine Schwäche der Gesellschaft, zu Gunsten des einfach zu organisierenden Mainstreams auf andere Wege zu verzichten, die vielleicht ganz andere, bessere Sichtweisen und Lösungen hätten.

Wir erleben aber gerade hier auch viele Sorgen der Eltern, denen häufig signalisiert wird ihr Kind sei auf irgendeine Weise unnormal, nur, weil es im Mainstream nicht so einfach organisierbar ist.

Die Kinderärzte sehen es deshalb auch als ihre Aufgabe an, hier um Verständnis und Toleranz zu werben, und Gesellschaft (das sind wir alle!!!!) und Politik dazu aufzurufen, Strukturen zu schaffen, die Verschiedenheit lebbar machen. Ja, die die der Gesellschaft vielleicht sogar nutzen.

Verschiedenheit ist nämlich Gewinn. Und es gibt hierfür Belege. So benötigt gerade unsere auf kreative Ideen aufbauende Wirtschaft Individualisten.

Und wir gehen noch weiter und fragen Sie als Eltern: Ist es Ihr Ziel, ein angepasstes Kind zu haben oder ein individuelles? Hinterfragen Sie die Punkte in denen Ihr Kind nicht klar kommt mit seiner Umgebung. Vielleicht ist es ja gar nicht der Fehler Ihres Kindes, sondern der der Umgebung.

Gesehen bei FrauTV

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DrGH

Kategorie: Familie

von

Dr. med. Gerald Hofner

Dr. Gerald Hofner war wissenschaftlicher Mitarbeiter und Oberarzt der Universitätskinderklinik Erlangen-Nürnberg, bevor er seit 2003 in der von ihm gegründeten Praxis für Kinder und Jugendliche in Neudrossenfeld und Bayreuth tätig wurde. Sein Fokus liegt auf der Schwerpunktversorgung für Kinderkardiologie, Kinderpneumologie und Jugendsportmedizin, sowie auf der Prävention. Ihm ist dabei wichtig, die Erkenntnisse der Wissenschaft verständlich zu den Patienten und ihren Familien zu bringen. Als Vater von zwei Töchtern weiß er um die Probleme von Familie.

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