Monate: Juli 2015

001 klein

Nichtrauchen hilft Kindern gesünder zu sein

Nichtrauchergesetze – wirken sie sich aus? Oh ja, und zwar auch für Kinder messbar positiv! In England besteht seit 2007 ein Nichtraucherschutzgesetz, das neben der Gastronomie auch öffentliche Gebäude und Verkehrsmittel betrifft. Seither müssen in Großbritannien wegen akuter Atemwegsbeschwerden jedes Jahr etwa 11.000 Kinder weniger ins Krankenhaus. Die Rate der stationären Aufnahmen sank um 3,5%. Bei gefährlichen Erkrankungen des unteren Atemwegtraktes wie z.B. Lungenentzündungen sank die Quote sogar um fast 14%. Die Zahl der Klinikbesuche der Asthmatiker sank um etwa 10%. Für diese Studie wurden immerhin 1,6 Millionen Krankenhausbesuche zwischen 2001 und 2012 ausgewertet. Der Rückschluss aus diesen validen Daten ist, dass Rauchexposition die Kinder anfälliger für Infektionen macht und umgekehrt die Kinder mit Infektionen besser fertig werden, wenn sie vor Qualm geschützt werden. Geholfen hat in Großbritannien wohl, dass das öffentliche Rauchverbot auch zu einem gewissen Umdenken und zu einer Einschränkung des Nikotinkonsums in der Wohnung geführt hat. Das gilt auch für Deutschland. Mit dem seit 2008 bestehenden Nichtraucherschutz wird das Rauchen in Anwesenheit Dritter gesellschaftlich weniger akzeptiert. Während in der BRD 2007 nur …

BLW a

Baby isst bei Mama und Papa mit

Ab wann darf Baby nun bei Mama und Papa direkt vom Tisch mitessen – diese Frage wird oft gestellt und auch unter den Experten kontrovers diskutiert. Seit einiger Zeit gibt es den Trend, Babys immer früher mit vom Tisch essen zu lassen. „Baby-led-weaning“ (kurz BLW) heißt das Ganze und wird seit einigen Jahren propagiert, z.B. von der ehemaligen Unicef-Mitarbeiterin Gill Rapley. Tatsächlich bestätigen erste Studien, dass durch das frühe Mitessen vom Tisch Übergewicht vorgebeugt wird und der Sättigungsmechanismus besser funktioniert, weil die Kinder verschiedene Konsistenzen und Aromen frühzeitig kennen lernen. Allerdings gibt es auch Studien, die keine Unterschiede fanden. Es gibt auch Hinweise, dass die Kinder weniger mäkelig beim Essen sind, wenn sie frühzeitig bei den Eltern mitessen, sodass BLW vielleicht auch zur Akzeptanz von mehr Nahrungssmitteln durch die Kinder führt – Stichwort: „Mein Kind isst nur blanke Nudeln!“ Insgesamt ist die Sachlage laut dem Forschungsinstitut für Kinderernährung noch unklar, so dass es noch keine Empfehlung zu BLW gibt. Ein zu später Beikoststart ist jedenfalls nicht günstig. Bereits vor dem eigenen Bewältigen des Essvorgangs und …

Auto

„Eine Autofahrt, die ist lustig… „

„Unser Kind schläft beim Autofahren immer!“ – Es gibt viele Eltern, die durch diesen Satz frustriert werden, da der eigene Nachwuchs mitnichten zu den Autoschläfern gehört, sodass eine Fahrt in den Urlaub durchaus zu einem Erlebnis der besonderen Art werden kann: Abfahrt 5 Uhr (obwohl Papa und Mama schon noch etwas Schlaf vertragen hätten, da das Auto erst um Mitternacht fertig gepackt war), in der Hoffnung, dass von der Rücksitzbank höchstens leise Schnarchgeräusche zu vernehmen sind, aber weit gefehlt. • Kilometer 5 von 525: Wann sind wir denn da? – Es dauert schon noch, wir sind doch gerade erst losgefahren! Papa lächelt: So wars bei uns damals auch, gell Schatz? • Kilometer 15 von 525: Papa, ich muss mal… • Kilometer 27 von 525: Papa, jetzt muss ich wirklich mal… Papa hilft ein Liedchen summend, die Hose zuzuknöpfen. • Kilometer 35 von 525: Wir haben Hunger! – Also gut, frühstücken wir heute eben etwas eher. Mama seufzt, der Nachwuchs wischt die Schokoschnute… natürlich am Ärmel ab. • Kilometer 51 von 525: Vielleicht war das Schokohörnchen …

001 klein

Unbekannte Plagegeister: Grasmilben

Haben Sie bei Ihren Kindern auch schon einmal vermeintliche Mückenstiche an Stellen entdeckt, die eigentlich von Mücken unmöglich erreicht werden können? Kann man bei einem Stich in der Kniekehle trotz langer Hosen noch vermuten, die Mücke hätte eben doch durch die Hose gestochen, erscheint es umso rätselhafter, wenn größere Pusteln mit deutlichem Einstich in der Mitte im Windelbereich auftauchen – ist es doch äußerst unwahrscheinlich, dass man eine Mücke mit in die Windel gepackt hat. Des Rätsels Lösung liegt darin, dass man die Stechmücken in solchen Fällen zu Unrecht verdächtigt. Urheber der sehr unangenehm juckenden Quaddeln sind die Larven der Grasmilben, die – ähnlich wie Zecken – am Körper Hautstellen aufsuchen, an denen die Haut besonders dünn und weich ist, und dort zubeißen. Die gute Nachricht vorweg: Die Bisse sind gesundheitlich unbedenklich, d.h. die Grasmilben übertragen keine Krankheiten. Allerdings kann der Juckreiz – anders als bei Mückenstichen, die nur relativ kurze Zeit jucken – bei Grasmilbenbissen bis zu zwei Wochen andauern. Hilfe im Akutfall: · Abreiben mit 70%igem Alkohol, allerdings nicht großflächig und nicht bei …

Stress 2

Burnout – kein Erwachsenen-Phänomen

Mag man Burnout gemeinhin als eine psychische Erkrankung, die bei gestressten Erwachsenen auftreten kann, sehen, so ist leider festzustellen, dass „Burnout bei unseren Kindern angekommen ist.“ (Prof.Dr. M. Schulte-Markwort) Zu diesem Thema wurde kürzlich die repräsentative Studie „Burn-Out im Kinderzimmer. Wie gestresst sind Kinder und Jugendliche in Deutschland?“ der Universität Bielefeld vorgestellt. Die Besonderheit der Studie besteht darin, dass sie den Stress aus der Sicht der Betroffenen, also der Kinder, erfasst. Dabei wurden erschreckende Ergebnisse gewonnen. So leiden fast 20% der befragten Kinder und Jugendlichen unter hohem Stress, wobei aber 87,3% der Eltern der betroffenen Kinder nicht glauben, dass sie diese überfordern. Ca. 50% der Eltern befürchten sogar, ihre Kinder nicht genug zu fördern. Aus dieser Diskrepanz entstehen für die Kinder große Probleme. Als einen wichtigen Stressfaktor macht die Studie nämlich die Anzahl der Termine, die die Kinder neben der Schule zu absolvieren haben und die ihnen oftmals (86%) keinen Spaß machen, aus. Ergänzend kommt hinzu, dass Kinder häufig durch Aufgaben im Haushalt, die nicht altersgemäß sind (z.B. Organisation des Haushalts), belastet werden. Den Kindern …

Achtung giftig!

Achtung – Arsen in Reiswaffeln

Die Kinderärzte berichten kurz über eine aktuelle Warnung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zu Reiswaffeln. Reiswaffeln sind bei Kindern sehr beliebt und auch viele Eltern schätzen sie als kleine Zwischenmahlzeit für ihren Nachwuchs. Dass Reiswaffeln Arsen enthalten, war bekannt. Nun zeigte sich allerdings, dass der Anteil an anorganischem, giftigem Arsen in der Reiswaffel teilweise höher ist als in dem puren Reiskorn selbst. Arsen in organischen Verbindungen gilt als unproblematisch, größere Mengen von anorganischem Arsen können dagegen Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Laut EU-Beschluss gelten ab 2016 Höchstwerte. Für Erwachsene sollten laut BfR 0,2mg Arsen pro Kilogramm Reis nicht überschritten werden, für Babys und Kleinkinder schätzt das BfR den von der EU avisierten Maximalwert von 0,1 mg Arsen pro Kilogramm Reis aber als zu hoch ein! Das BfR rät darum, Reiswaffeln Babys und Kleinkindern nur gelegentlich anzubieten. DrS