Kindererziehung
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Von „Tot“ bis „ganz platt“

Tipp

Welche Vorstellungen haben Kinder zum Thema Tod?
Schon wiederholt haben wir in diesem Blog das wichtige Thema „Kinder und Tod“ aufgegriffen. Dabei ging es unter anderem darum, dass wir Erwachsene die Konfrontation der Kinder mit dem Todesthema nicht vermeiden und das Thema nicht tabuisieren sollten. Ein offener, ehrlicher Umgang, der die Kinder zu einer sinnvollen Auseinandersetzung mit dem Thema auf dem Niveau ihrer Möglichkeiten befähigt, ist anzustreben. Dabei ist es auch wichtig zu wissen, welche Vorstellungen Kinder vom Tod haben. Die Professorin M. Plieth hat dazu geforscht und mit Kindern, die auch unterschiedliche religiöse Hintergründe hatten, gearbeitet. Es zeigt sich, dass in den Augen von Kindern Tote sozusagen verblasste Personen sind, die noch ein bisschen leben. Die Traurigkeit ist dadurch etwas gemildert. Dabei gibt es auch Abstufungen. Kinder formulieren etwa „tot, töter und ganz platt“. Wenn man sich lange genug ausgeruht hat, darf man raus aus dem Grab und es beginnt etwas Neues und Schönes. Sie denken auch, dass es gut ist, vorbereitet zu sein. Man könnte beispielsweise ein Handy im Grab brauchen. Kaum verstehen können Kinder, wenn Jüngere als sie selbst sterben. Wenn man alt ist, „geht man tot“ – eine Formulierung, die Kinder häufiger wählen. Erwachsene sollten nicht auf ihren eigenen Vorstellungen beharren, sondern etwa formulieren: „Den Tod stelle ich mir so oder so vor!“, wobei man nur sagen sollte, was man wirklich denkt. Mädchen und Jungen sehen das Todesthema übrigens verschieden. Bei Zeichnungen von Mädchen sieht man die Trauer schneller, bei Bildern von Jungs wird eher das Ereignis, der Moment des Sterbens, gezeigt. Mädchen zeichnen den Tod oft als weibliches, Jungen eher als männliches Wesen. Bei Jugendlichen ändern sich dann die Vorstellungen und der Umgang mit dem Todesthema. Hier kann es auch zu depressiven Phasen kommen.

Kategorie: Kindererziehung

von

Dr. Stefan Schwarz

Dr. Stefan Schwarz ging in Augsburg zur Schule. Er machte nach dem Zivildienst eine Ausbildung zum Kinderkrankenpfleger. Das Studium schloss er in München ab. Nach der Ausbildung in verschiedenen, renommierten Kinderkliniken arbeitet er als niedergelassener Kinderarzt. Dr. Schwarz ist Vater von 4 aufgeweckten Kindern und kennt den Alltag, die Freuden und die Sorgen von Familien dadurch sehr gut.

1 Kommentare

  1. Jutta Schärf sagt

    Zu ihrem Blog Kinder und Tod:

    Ich war vor kurzem mit meiner Enkelin (5 Jahre) auf dem Friedhof.
    Danach wollte sie eine Erklärung wie denn jemand der begraben ist in den Himmel kommen soll.
    Ich erklärte ihr, dass nicht der Mensch sondern die Seele in den Himmel kommt und so lange als Stern am Himmel ist, bis der letzte Mensch den er geliebt hat auch stirbt.
    Und dann kommt der Stern als Sternschnuppe auf die Erde.
    Es hat meine kleine Enkelin sehr beruhigt und sie hat voller Eifer es am nächsten Tag im
    Kindergarten erzählt.

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