Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kinder

Wann ist endlich wieder Sport regulär möglich?

Meine Kinder haben gar keine Lust mehr – zu gar nichts. Ihre auch? Auch nicht zu Außerschulischem wie homesporting! Klar, der Lockdown fordert viel von den Kindern und Jugendlichen – so viel, dass wir viele als resigniert, fast depressiv und wirklich demotiviert erleben. Das ist ein echtes Alarmsignal. Die Berliner Runde um Kanzlerin und Ministerpräsidenten hat etwa 2 Wochen eine vorsichtige stufenweise Öffnung auch für Sportvereine in Aussicht gestellt – wenn die Inzidenzen unten bleiben. Also wieder abwarten! Denn die Inzidenzen steigen, die dritte Welle rollt heran… Eine harte Probe für die Kids. Wir können ihnen ja keine klare Perspektive bieten. Sport ist wirklich enorm wichtig für die Entwicklung, die Gesundheit und die Psyche, aber mindestens ebenso wichtig ist der Kontakt mit den Gleichaltrigen und Vereinskolleg*innen. Und das alles kann der Online-Sport nicht ersetzen, so gut gemeint die Angebote sind und so engagiert sie erstellt werden. Wir Eltern können nur versuchen, den Kindern und Jugendlichen weiter gemeinsame gute, positive Zeit zu bieten, eventuell mit ihnen etwas (Online-)Sport zu treiben, soweit sie zu motivieren sind, und …

Wann kommt die Corona-Impfung für Kinder?

Je länger die Pandemie und der Lockdown dauern, desto häufiger fragen Eltern uns nach der Covid-Impfung für Kinder. Wann kommt sie denn nun? Fakt ist, daß die aktuell zugelassenen Impfstoffe erst ab 16 bzw. 18 Jahren zugelassen sind. Fakt ist auch, daß an sich gesunde Kinder und Jugendliche bis jetzt die Erkrankung deutlich seltener schwer durchmachen. Eine Impfung dieser Altersgruppe hat damit zunächst mehr das Ziel, die Pandemie zu stoppen. Von Kindern und Jugendlichen mit besonderen Infektionsrisiken und Grunderkrankungen natürlich abgesehen. Aber wie weit ist denn die Forschung überhaupt? Tatsächlich werden die Impfstoffe von Biontech und Moderna inzwischen auch an Jugendlichen ab 12 erprobt. Astra Zeneca plant eine Studie an 6-18 Jährigen. Eine Zulassung wird natürlich aber nur erfolgen durch daszuständige Paul Ehrlich Institut, wenn Wirksamkeit und Sicherheit in klinischen Prüfungen klar bewiesen sind. Das RKI antwortete auf die Frage nach dem Zeitpunkt einer Impfempfehlung für Kinder Anfang Januar: “Das ist bisher noch nicht absehbar.” Wir werden uns also noch länger gedulden müssen, bis wir eine eindeutige Antwort geben können.

Corona und die deutlichen psychosozialen Folgen bei Kindern

Corona hinterlässt gravierende Spuren bei den Kindern und Jugendlichen – und das zeigt sich im zweiten Lockdown immer deutlicher. Bereits im ersten Lockdown nahm der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit psychischen Problemen von 18% auf 31% zu. Es sind in der Copsy Studie (Corona und Psyche) mehr Hyperaktivität, Verhaltensauffälligkeiten, emotionale Probleme und auch psychosomatische Beschwerden bei den Kindern nachgewiesen worden. Kinder von Eltern mit geringerer Schulbildung scheinen hierbei gefährdeter zu sein. Die Zunahme der psychischen Probleme bei Kindern und Jugendlichen erlebten auch wir als Kinderärzte in der täglichen Sprechstunde! Und auch im zweiten Lockdown setzt sich dieser Trend leider fort. Kinder- und Jugendpsychiatrien berichten über 1,5-2 mal so viele Notaufnahmen aufgrund von Problemen wie Zwangs- und Essstörungen, Ängsten oder Depressionen wie sonst. Die Psychologen und Psychiater raten darum, viel Wert auf die Beruhigung der Kinder zu legen, im Gespräch und Austausch mit ihnen zu bleiben, mit den Kids über die für Kinder geringe Gefahr durch das Virus zu sprechen und sie psychisch zu stützen. Kinder brauchen den Kontakt zu Kindern, an dieser Stelle sollten …

Die Vroni-Studie – Fragen zum wichtigsten Herz-Screeningprogramm (für alle Kinder von 5 bis 14 Jahren)

Seit 3 Monaten gibt es nun für Kinder von 5 bis 14 Jahren das neue Bayerische Früherkennungsprogramm VRONI. Es ist mir als Kinderkardiologe und Ernährungsmediziner im wahrsten Sinne des Wortes eine Herzensangelegenheit. Wie schon einmal beschrieben, dient es der Früherkennung von Gefäßrisiken im jungen Erwachsenenalter durch ungünstige Cholesterinwerte. Es ist kostenlos und zielt auf raschen und effektiven Beginn der Behandlung bereits im Kindes- und Jugendalter. Teilnehmen können alle Kinder von 5 bis 14 Jahren. Es braucht eine kleine Blutprobe und die Einwilligung am besten beider Elternteile, weil eine genetische Untersuchung Teil des Programms ist (wenn nicht seitens der Eltern unerwünscht). Wie die meisten Praxen mit Kinderkardiologen führen auch wir dieses Programm durch – und treffen auf großes Interesse, nicht zuletzt, weil es in fast jeder dritten Familie Fälle mit Herzinfarkt oder Schlaganfall gibt. Zählt man Familien mit zusätzlichen Gefäßrisiken wie Diabetes oder Bluthochdruck noch dazu, ist es mehr als jede zweite Familie. Ein paar Fragen werden immer wieder gestellt. Diese möchte ich hier kurz beschreiben. Kann ich die genetische Untersuchung ablehnen? Ja. Es kann auch …

Neu und lebenswichtig! Die Früherkennungsstudie VRONI (für alle Kinder von 5 bis 14 Jahren)

Seit einigen Wochen gibt es in Bayern VRONI – ein völlig neues Früherkennungsprogramm bei Kindern von 5 bis 14 Jahren. Es ist für die Familien kostenlos und dient der Früherkennung von Gefäßrisiken im jungen Erwachsenenalter durch ungünstige Cholesterinwerte. Weil Vorbeugung und Behandlung früh beginnen muss. Es handelt sich nicht um ein Programm der gesetzlichen Krankenkassen, sondern um eine Studie aus Wissenschaftsmitteln der Bayerischen Staatsregierung. Teilnehmen können alle Kinder von 5 bis 14 Jahren. Es braucht eine kleine Blutprobe und die Einwilligung am besten beider Elternteile. Es besteht insbesondere die Möglichkeit, bei erhöhtem Blutwert für das „böse“ LDL-Cholesterin die Gene dahinter zu untersuchen und weitere Familienmitglieder aufzuspüren und diese dann auch zu behandeln und somit Schäden vorzubeugen. Die genetische Diagnostik soll später auch einmal zur noch genaueren Einschätzung der Risiken dienen. Wenn Ihr mich als Kinderherzspezialisten fragt – unbedingt teilnehmen! Warum? Die Gefäßerkrankungen Herzinfarkt und Schlaganfall sind die allerwichtigsten Erkrankungen in der modernen Welt überhaupt. Sie sind verantwortlich für die meisten Todesfälle und auch für bleibende Einschränkungen der Lebensqualität. Sie sind als Gefäßverschluss der Endpunkt einer …

Das Sprüchebuch

Felix ist in der 5. Klasse und soll auf Englisch einen Text verfassen. Er will einen Spruch seines großen Bruders einbauen, der bei jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit “Anzeige ist raus!” ruft, meist als Protest, wenn etwas nicht nach seinem Kopf läuft. Felix’ Übersetzung, die er mit dem Wörterbuch erstellt und die nicht nur die Mama schmunzeln lässt: “Display is out!” Auch Sie erleben das bestimmt. Ihre Kinder bringen Sie mit den lustigsten Sätzen und Gedanken im Alltag ganz unbeabsichtigt zu Lachen. Und wie schnell vergisst man leider diese wunderbaren Sprüche, Erlebnisse und Situationen. Darum ist ein Sprüchebuch im Küchenschrank oder Wohnzimmerregal, in das man schnell den Satz kritzeln kann, eine klasse Idee. Es geht natürlich auch am Handy, wenn man es digital will. Immer wieder kann man die Notizen durchblättern und auch die Kinder amüsieren sich später köstlich. Ein echter Schatz für die ganze Familie! Gerade wenn man mal dringend eine Auflockerung braucht im (Corona)alltag.

COVID19 & Kinder – eine aktualisierte Einschätzung

Ich werde oft gefragt, wie es nun weitergeht in der Corona-Krise. Natürlich aus Sicht der Kinder und Familien. Ich möchte Ihnen deshalb hier ein paar Einschätzungen von mir – auf Basis der verfügbaren Daten – mitgeben. Insbesondere auch aktuell zu der gestrigen Lockerung der gesetzlichen Beschränkungen. Was wissen wir über den Verlauf von COVID19 bei Kindern inzwischen? Kinder können ähnlich häufig erkranken, aber meist mit wenigen Symptomen. Meist stecken sie sich bei Erwachsenen (v.a. bei den Eltern und Betreuern) an. Aber Kinder können auch umgekehrt Erwachsene anstecken. Das sieht man in den Ergebnissen der viel beachteten Heinsberg-Studie. In den ersten zwei Lebensjahren können Kinder auch schwerer erkranken. Unabhängig von Grunderkrankungen. Ab dem 3. Lebensjahr werden schwerere Erkrankungen seltener. Grunderkrankungen können den Verlauf von COVID19 zwar schwerer machen, aber nicht in einem ähnlichen Ausmaß wie bei Erwachsenen. Das bedeutet, dass bei Kindern selbst Herzfehler oder ein gut eingestelltes Asthma bronchiale (um bei meinen Schwerpunktpatienten zu bleiben) den Verlauf nicht prinzipiell als Risiko anzusehen sind. Im Einzelfall kann diese Einschätzung bei besonderen Grunderkrankungen natürlich anders ausfallen. Fragen …

Covid 19 und Kinder – ein kurzes update

April 2020, die Coronakrise nimmt ihren Lauf. Wir wissen immer noch wenig über das Coronavirus, auch im Hinblick auf Kinder, und die weiteren nötigen Maßnahmen werden kontrovers diskutiert. Was gibt es an wichtigen Neuigkeiten hinsichtlich der Kinder- und Jugendmedizin? Schaut man sich die Zahlen an, ist die anfängliche Einschätzung, dass Kinder deutlich seltener betroffen sind als Erwachsene und einen milderen Verlauf haben, weiterhin richtig. Nach Zahlen aus China (Zhejiang) gehörten nur bis zu 5% der Patienten zur Gruppe der Kinder und Jugendlichen zwischen 1-16Jahren. Die Kinder und Jugendlichen litten typischerweise unter Fieber, trockenem Husten oder zeigten mittelschwere Lungenentzündungen. Schwere Erkrankungen sind weiterhin bei Kindern selten und wurden in der Gruppe der berichteten Kinder aus Zhejiang nicht gesehen. Einzelberichte über sehr schwere Verläufe aus anderen Ländern liegen vor, in Summe sind es wohl dennoch Ausnahmen, wenn Kinder schwer oder tödlich erkranken. Das sind ermutigende Zahlen. Die Coronakrise wird noch lange Zeit anhalten. Eltern und Kinder müssen sicher noch geraume Zeit durchhalten. Es ist gut, sich dafür schon jetzt entsprechende Strategien zurecht zu legen. Wie lange die …