Ernährung, Medizin
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Wenns nicht klappt – was tun bei Verstopfung?

Die Kinderärzte meinen: Ein leidiges Thema ist die Verstopfung – die Kinder sind wirklich geplagt! Manchmal tritt die Verstopfung auch nur als kurze Episode auf, bei einer Dauer von über 3 Monaten spricht man dann aber von einem chronischen Problem. Die Kinder leiden unter Bauchschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Blähungen und Schmerzen beim Toilettengang. Zum Teil sind auf dem Stuhl Blutauflagerungen als Folge von – schmerzhaften – Schleimhauteinrissen zu sehen. Der Stuhl ist oft großkalibrig und sehr hart, manchmal geht unwillkürlich Stuhl ab oder die Unterhose ist oft verschmiert. Paradoxerweise kann es auch zu scheinbarem Durchfall kommen, wenn der Darm sich sozusagen versucht, selbst zu helfen. Neben situativen Auslösern (beispielsweise Änderungen des Tagesrhythmus oder der Umgebung), Problemen bei der Sauberkeitserziehung oder ähnlichen äußeren Ursachen sind gerade auch ernährungsbedingte Verstopfungen häufig. Natürlich kann auch einmal eine Erkrankung (z.B. des Darmes oder der Nerven) dahinterstecken, dies ist jedoch viel seltener.

Ein Besuch beim Kinderarzt ist bei Verstopfung immer angeraten. Ansonsten ist eine gewisse Umstellung der Lebensgewohnheiten manchmal doch nötig.
Zunächst sollte man auf eine gesunde, ballaststoffreiche Ernährung achten. Dazu gehört die Gabe von Vollkornprodukten, Obst und Gemüse. Müslis ohne Schokolade o.Ä. und mit möglichst wenig Zucker können ein echter Frühstückshit werden und helfen den Kindern gut. Die Kinder müssen viel trinken, bewährt hat sich Pflaumen- oder Birnen- und auch Apfelsaft. Ein Glas davon nüchtern nach dem Aufstehen zu trinken ist sehr sinnvoll. Für zwischendrin sind ungesüßte Tees oder Wasser das Beste. Auch Naturjoghurt reguliert die Verdauung. Ungeschroteter Leinsamen mit viel Flüssigkeit (z.B. bis zu 6 Teelöffel in Naturjoghurt mit ein bisschen Marmelade und dann viel nachtrinken) führt stark ab. Auch Flohsamenschalen sind hier zu nennen. Man kann auch einmal etwas Milchzucker geben (Vorsicht, dies bläht manche Kinder) oder dem Essen etwas Oliven- oder Mazolaöl beimischen.
Viel Süßes, Schokolade, Limonaden und andere Fertiggetränke, häufiges Essen von Fast Food (der geliebte Hamburger, Pommes oder Ähnliches…) sind bei Verstopfung nicht gut!
Die Kinder sollten regelmäßig „Stuhltraining“ durchführen. Fordern Sie Ihr Kind stets nach dem Essen zum Toilettengang auf, wenn am Anfang nichts kommt, ist das nicht schlimm, aber es sollte eine Gewohnheit werden. Man nützt hierbei die Darmbewegungen aus, die nach dem Essen besonders stark sind. Loben Sie Ihr Kind, wenn es regelmäßig klappt!
Regelmäßige Bewegung ist immens wichtig! Größere Kinder mit einer Verstopfungsproblematik profitieren sehr von der Teilnahme an Trainings im Sportverein! Bauchmassagen und Massagen des Rückens im Bereich des unteren Rückens bis zum Steißbein können ebenso unterstützend helfen wie auch Wechselbäder oder – güsse der Arme und Beine / Füße, wenn Kinder eher zu kühlen Händen und Füßen neigen.
Den Einsatz von Medikamenten zur Behandlung der Verstopfung sollten Sie stets mit dem Kinderarzt besprechen. Möglich ist die Verabreichung von Einläufen (sehr hilfreich bei akuter Verstopfung), aber die sollte nicht dauerhaft angewendet werden.
Homöopathisch kann bei kleinkugeligem Stuhl ohne Dranggefühl und bei Stuhlschmieren Aluminia D6 3 mal täglich 1 Tablette gegeben werden. Liegt die Verstopfung noch in der Stillzeit, versuchen Sie es mit Magnesium chloratum D6 3 mal täglich 1 Tablette. Liegt eine Obstipation (Verstopfung) nach einem psychisch belastenden Ereignis vor, gibt man Opium D30 1-2 mal wöchentlich 5 Globuli. Kann trotz starkem Drang kein Stuhl entleert werden, können Sie Nux vomica D12 2 mal täglich 5 Globuli geben.
Und nicht vergessen: Mamas und Papas liebevoller Zuspruch und ihre Ermutigung ist wichtig für die Kinder!
DrS

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