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Musik macht schlau – und nicht nur das!

Die Kinderärzte berichten: Oft wird gesagt, dass Musik die Entwicklung von Kindern positiv beeinflussen kann. Dies wurde nun kürzlich wieder wissenschaftlich bestätigt.

Einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zufolge haben musizierende Kinder bessere Schulnoten. Es wurden die Daten von 4000 Jugendlichen, die schon in der Grundschule zu musizieren begonnen hatten, aufwändig ausgewertet. Gerade auch Jugendliche aus weniger gebildeten Familien profitierten demnach vom Musikunterricht. Die Leistungen der Jugendlichen lagen bis zu 25% über dem Durchschnitt! Außerdem waren musizierende Jugendliche im Schnitt ehrgeiziger und gewissenhafter, den Daten nach strebten sie mit um 8% höherer Wahrscheinlichkeit Abitur und nachfolgend Studium an.
Eine andere Studie aus Oldenburg zeigte die Förderung der sprachlichen Kompetenzen von Grundschülern, wenn die Kinder neben dem normalen Musikunterricht in der Schule noch ein Instrument in Kleingruppen erlernten.
Aber es wäre verkürzt, Musikunterricht nur unter dem leistungsfördernden oder schulischen Aspekt zu betrachten. Gemeinsames Musizieren fördert ganzheitlich, zum Beispiel auch soziale Kompetenzen und das Gefühl für Ästhetik, Ausdruck und Rhythmus.

Darum nicht vergessen: Es lohnt sich, den Kindern das Erlernen eines Instruments anzubieten. Und das nicht nur wegen der positiven Auswirkungen des Musikunterrichts in frühen Kinderjahren auf den späteren Bildungserfolg. Es ist einfach eine wunderbare persönliche Bereicherung für das (spätere) Leben, ein Instrument zu beherrschen und Musik machen zu können. Vielerorts in Deutschland gibt es die Initiative „Jedem Kind ein Instrument“. Auch Volkshochschulen, private Musikschulen oder andere Träger bieten Musikunterricht für Kinder an.

DrS

Kategorie: Leben

von

Dr. Stefan Schwarz

Dr. Stefan Schwarz ging in Augsburg zur Schule. Er machte nach dem Zivildienst eine Ausbildung zum Kinderkrankenpfleger. Das Studium schloss er in München ab. Nach der Ausbildung in verschiedenen, renommierten Kinderkliniken arbeitet er als niedergelassener Kinderarzt. Dr. Schwarz ist Vater von 4 aufgeweckten Kindern und kennt den Alltag, die Freuden und die Sorgen von Familien dadurch sehr gut.

4 Kommentare

  1. Gibt es dennUnterschiede zwischen den Instrumenten ? Man hat ja den Eindruck dass es Instrumente für schlauere gibt , geige?

    • Sicher gibt es Instrumente, die leichter oder eben schwerer zu erlernen sind, da haben Sie recht. Nun bin ich kein Musikpädagoge, sondern fand es als (selbst musizierender) Kinderarzt einfach spannend, wie positiv sich Instrumentalunterricht auf Kinder auswirkt. In der Studie war generell von Musikunterricht die Rede. Mein Eindruck ist, daß Kinder jedenfalls – unabhängig vom Instrument – vom Instrumentalunterricht in vielerlei Hinsicht profitieren. Ich denke, das Instrument sollte zum Kind passen, das Kind sich damit wohl fühlen. Vielleicht muss man auch einmal wechseln, nachdem man zunächst mit einem einfacher zu lernenden Instrument begonnen hat. Wobei auch die scheinbar einfachen Instrumente es in sich haben, wenn man sie konzertreif spielen will, wie die Blöckflötenvirtuosen Frans Brüggen und Michala Petri eindrucksvoll bewiesen haben.
      DrS

  2. Thomas W. Ascher sagt

    Als Musikpädagoge erlaube ich mir ergänzend darauf hinzuweisen, dass nicht nur das Musizieren mit einem Instrument, das man mit Händen bedient, sondern auch mit der Stimme diese Wirkungen erzielt. Das Singen in einer Mädchenkantorei, in einem Knabenchor oder auch Kinderchor bringt von Anfang an auch alles an Erfahrung, sich in einer Gruppe zu bewegen, mit. Das wird von vielen vergessen. Und es ist insbesondere auch für finanzschwache Familien eine Möglichkeit, ihr Kind zum Musizieren zu schicken, denn eine Stimme hat jeder kostenlos von der Natur geschenkt bekommen. Häufig ist es auch so, dass Kinder, die gut singen, später auf einem anderen Musikinstrument schneller und effektiver lernen und voran kommen.

    • Dr. Stefan Schwarz

      Danke für die Ergänzung. Singen ist unter vielen Aspekten eine wertvolle Anregung für Kinder. Zum Singen kann man nur ermutigen, auch im häuslichen Umfeld. Wichtig ist dabei überhaupt nicht, wie schön man meint zu singen oder singen zu können.

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