Alle Artikel in: Erziehung

Themen rund um die Erziehung von Kindern und Jugendlichen

Keine Angst vor dem Zahnarzt!

Die Kinderärzte sprechen mit Kindern und Eltern oft über die Notwendigkeit zahnärztlicher Prophylaxe, Kontrolle und Behandlung. Oft wird auch gefragt, wie man die Kinder auf Zahnarztbesuche vorbereiten sollte. Dazu gibt es einige Tipps, die übrigens auch für andere Bereiche der Medizin, also auch für den Kinderarztbesuch, gelten: – Der wichtigste Punkt ist, dass die Eltern ein angstfreies Vorbild sind bzw. ihre eigene Angst nicht auf die Kinder übertragen. Kinder nehmen auch nonverbale Signale deutlich wahr! – Gehen Sie nicht erst, wenn eventuell schmerzhafte Behandlungen anstehen. Kontrollen sind medizinisch sinnvoll, machen die Normalität eines Zahnarztbesuches klar, führen zu Gewöhnung und bauen Ängste ab. – Planen Sie ausreichend Zeit für den Zahnarztbesuch ein, Hetzte führt zu Stress und lässt denn Besuch eventuell misslingen. – Machen Sie keine falschen Versprechungen, sondern bereiten Sie das Kind spielerisch, eventuell auch mit einem Buch, auf den Zahnarztbesuch vor. Oder spielen Sie die Situation mit dem Kuscheltier vor. Es sollte aber auch kein Thema sein, das zu breiten Raum einnimmt. – Drohen Sie nicht mit dem Zahnarzt, wenn das Kind zum Beispiel …

Lesen # 2: Bedeutung des Lesens (Gastbeitrag)

Hat man einen kleinen Lesemuffel zu Hause, stellt man sich unweigerlich regelmäßig die Frage, warum man sich immer wieder bemühen soll, den Leseverweigerer doch dazu zu bringen, ein Buch in die Hand zu nehmen und darin wenigstens ein paar Seiten zu lesen. Auch wenn es nicht jedermanns Sache ist, sich bei einem guten Buch auf dem Sofa zu entspannen – manch einer zieht hier vielleicht Musik oder auch den Fernseher vor – ist das Lesen eine elementare Fähigkeit für weite Teile unseres Lebens. Jedes Kind muss sich in der Schule mit Texten auseinandersetzen – und zwar in allen Fächern. Ob es die Textaufgabe in Mathematik oder die Informationen über die Abholzung des tropischen Regenwaldes im Fach Geographie sind, es geht immer um das Verständnis von Texten. Und dieses sogenannte sinnentnehmende Lesen kann nur durch ständiges Üben erworben werden, wobei hierfür Sachtexte und Geschichten gleichermaßen geeignet sind. Auch im Erwachsenenleben spielt das Lesen häufig eine wichtige Rolle. Die Auseinandersetzung mit Texten ist bei der Zeitungslektüre am Frühstückstisch, beim Surfen im Internet und auch bei der heutzutage …

Smartphones – Kommunikationsmittel mit Suchtpotential

“Pling” – kaum ein anderer eigentlich eher harmloser und unauffälliger Ton löst so schnelle, mitunter sogar hektische, Reaktionen aus wie der Benachrichtigungston eines Smartphones. Der Griff zur Tasche folgt prompt. Dies hängt auch damit zusammen, dass es durch diesen Ton im Gehirn zu einem Dopamin-Ausstoß kommt, der ein Glücksgefühl und damit verbunden auch den Wunsch nach Wiederholung zur Folge hat. Doch nicht nur hier zeigt sich das Suchtpotential des Smartphones. Es ist sogar möglich, dass Nutzer – ähnlich wie Nikotinabhängige – Entzugserscheinungen zeigen, wenn sie länger nicht kommunizieren können. Eine gravierende Folge ist, dass die Konzentrationsfähigkeit deutlich nachlässt, da man häufig kontrollieren muss, ob man vielleicht den Benachrichtigungston verpasst hat und doch neue Nachrichten eingegangen sind. Außerdem werden oftmals Tätigkeiten unterbrochen, um Nachrichten zu lesen oder zu beantworten. Gerade junge Menschen kommunizieren sehr viel mit dem Smartphone. So steigt der Anteil der Nutzer ab einem Alter von 12 Jahren sprunghaft auf deutlich über 80% an und junge Menschen unter 25 Jahren beschäftigen sich durchschnittlich vier Stunden täglich mit ihrem Smartphone. Diese Zahlen zeigen, wie stark …

Über den Umgang mit Strafarbeit und Co

Irgendwann passiert es wohl allen Eltern einmal: Das Kind kommt nach Hause und berichtet, dass es in der Schule eine Strafarbeit aufgebrummt oder gar einen Verweis bekommen hat, weil es sich nicht an die Regeln gehalten hat. Doch was antwortet man dann auf die bange Frage “Bist du jetzt böse auf mich?” Zunächst ist man vielleicht versucht, loszuschimpfen. Dies ist – bei genauerer Betrachtung – aber eigentlich gar nicht nötig, denn die Strafe ist ja bereits ausgesprochen, das “Vergehen” somit geahndet. Besser ist es, mit dem Kind das Gespräch darüber zu suchen, was vorgefallen ist und zu erklären, warum sein Verhalten nicht in Ordnung war. Dabei sollte man durchaus deutlich machen, dass man dann eben auch die negativen Konsequenzen dafür tragen muss. Geschieht dies auf einer sachlichen, konstruktiven Ebene, wird es die Beziehung zwischen Eltern und Kind nicht belasten. Nur so kann man erreichen, dass sich das Kind auch in Zukunft offen mit den Eltern sprechen traut, was eine wichtige Basis für eine vertrauensvolle Beziehung ist. Schwieriger wird die Sache allerdings, wenn sich das Kind …

Einkaufsfalle Kinderlebensmittel

Ob beim Großeinkauf am Wochenende oder wenn man nur schnell ein paar Kleinigkeiten besorgen muss: Das Einkaufen im Supermarkt wird mit Kindern immer mehr zum Spießrutenlauf. Die Süßigkeiten im Wartebereich an den Kassen sind ein sicherlich schon zur Genüge diskutiertes Ärgernis für Eltern. Mittlerweile kommt es aber auch schon vorher immer häufiger zu Quengelattacken, da einem aus den Regalen alle Arten von Lebensmitteln in bunten Verpackungen mit putzigen Tiergesichtern oder bekannten Zeichentrickfiguren entgegenlachen. Einerseits fühlen sich natürlich Kinder durch die optische Aufmachung auf gesprochen, was im besten Fall eine Diskussion über den Kauf und im schlechtesten einen Wutanfall bei Verweigerung dieses Wunsches nach sich zieht. Andererseits lassen sich aber auch viele Eltern täuschen von Aufdrucken, die die Lebensmittel als besonders geeignet für Kinder anpreisen. Dies führt häufig zu der irrigen Annahme, die Produkte seien besonders auf die ernährungsphysiologischen Bedürfnisse von Kindern ausgerichtet. Hier soll anhand von drei Beispielen gezeigt werden, dass dies leider nicht der Realität entspricht. Bei Kindern sehr beliebt ist z.B. Wurst in verschiedenen Tierformen, die den Eindruck vermittelt, sie sei besonders für …

Taschengeld

Immer mehr junge Menschen starten z.T. hochverschuldet ins Erwachsenenalter. Um dem entgegenzuwirken, finden z.B. in den Schulen Vorträge von Schuldnerberatern statt, um die Jugendlichen auf die Gefahren von horrenden Handyrechnungen, Krediten und Ratenzahlungen hinzuweisen. Ebenso wichtig ist es aber, dass Eltern Kindern ab dem Grundschulalter durch die Zahlung von Taschengeld die Möglichkeit geben, den sinnvollen und verantwortungsvollen Umgang mit Geld zu üben, sodass den Kindern schon früh bewusst wird, dass Geld nicht in unbegrenzter Menge zur Verfügung steht. Es gibt jedoch einige Regeln, die im Hinblick auf die Zahlung des Taschengeldes zu beachten sind: • Es sollen regelmäßig gleiche Beträge ausgezahlt werden, damit die Kinder ihre Einnahmen und Ausgaben planen können. • Die Höhe soll altersangemessen sein (vgl. hierzu z.B. www.jugendamt.nuernberg.de/downloads/taschengeld.pdf). • Die Kinder sollen keine zusätzlichen Zahlungen oder einen Vorschuss erhalten, wenn sie ihr Geld ausgegeben haben. Nur so können sie lernen, dass man sich Geld einteilen muss und genau überlegen sollte, wofür man es ausgibt. Auch die Erfahrung, dass man für größere Anschaffungen länger sparen muss, können die Kinder nur so machen. • …

Manchmal ist weniger Perfektion mehr…

Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BIB) hat die Vorstellungen der Menschen in der BRD zu Familie, Elterndasein und Partnerschaft untersucht und die Ergebnisse veröffentlicht. Die Kinderärzte berichten kurz dazu, da die Ergebnisse deutliche Parallelen zu vielem, was in der Kinderarztpraxis besprochen wird und was in diesem Blog auch schon geschrieben wurde, zeigen. Befragt wurden für diese Studie zwischen 2012 – 2014 5000 zufällig ausgewählte Personen zwischen 20 und 39 Jahren. Die Personen wurden mehrmals kontaktiert. Tatsächlich setzen sich viele junge Eltern sehr unter Druck mit den Erwartungen, die sie selbst an sich in der Elternrolle stellen. Ca. 25% meinen, dass Eltern ihre Bedürfnisse gänzlich denen der Kinder unterordnen sollten. 80% denken, dass es in der Erziehung vieles gibt, was man falsch machen kann. Das Elterndasein gilt als schwierig zu meisternde Angelegenheit. Diese Überzeugungen werden anscheinend von klein auf übernommen und irgendwann nicht mehr hinterfragt. Aufgrund der Vielfalt an Informationen fühlen sich zudem einige Eltern durch die von der Gesellschaft formulierten Anforderungen unter Druck gesetzt, was zur Folge hat, dass sie manchmal gegen ihre eigenen Überzeugungen handeln. …

Tipps für die Vorschulzeit # 2

Die Kinderärzte berichten: Ganz generell, aber auch im Hinblick auf die Einschulung, können Sie viele Bereiche bezüglich verschiedener Grundkenntnisse und altersentsprechender Fertigkeiten bei Ihrem Vorschulkind förden. Wir wollen Ihnen für die verschiedenen Bereiche Anregungen geben, die Sie zuhause im Alltag umsetzen können. Dies geht allerdings nur, wenn Sie kontinuierlich über einen längeren Zeitraum mit Ihrem Kind trainieren. Denkfähigkeit: Beziehen Sie Ihr Kind in alltägliche Abläufe ein und fordern Sie es dabei heraus. Rezepte können nachgekocht werden, Schritt für Schritt. Lassen Sie auch einmal einen Fehler zu und suchen Sie mit Ihrem Kind die richtige Lösung. Auch kann man, z.B. anhand von Bau- oder Spielanleitungen, Konstruktionen oder Abläufe logisch nachvollziehen. Das fertige Ergebnis macht die Kinder sehr stolz. Sprachfähigkeit: Fordern Sie ihr Kind wiederholt auf, keine Kleinkindsprache mehr zu sprechen. Suchen Sie im Alltag viele Gelegenheiten, längere Zeit mit Ihrem Kind zu sprechen. Moderne Medien wie das Fernsehen können Sprach- und vor allem Gesprächsfähigkeiten nicht vermitteln. Fordern Sie Ihr Kind auf, genau hinzuhören, aber hören Sie Ihrem Kind auch gut zu. Mengen und Zahlen: Machen Sie …

Tipps für die Vorschulzeit # 1

Die Kinderärzte werden häufig gefragt, wie Eltern ihre Kinder auf die Schule vorbereiten können. Wir haben dazu ein paar Anregungen für Sie in 3 Beiträgen zusammengestellt, die wir in den nächsten Wochen für Sie in diesen Blog stellen wollen. Im Folgenden nun Teil 1 dieser kleinen Serie. 1. Ganz wichtig: Trauen Sie Ihrem Kind etwas zu! Förderung bedeutet, Ihr Kind schrittweise und dem Alter entsprechend auch in die Selbstständigkeit zu entlassen. 2. Lernen Sie die Grenzen der Leistungsfähigkeit Ihres Kindes zu akzeptieren und überfordern Sie Ihr Kind nicht. 3. Sprechen Sie generell positiv über die Schule, umgekehrt stellen Sie die Schule aber auch nicht übertrieben oder falsch positiv dar. 4. Reizüberflutung überfordert Kinder. Oft ist ein geringeres Angebot, das den Kindern eine intensivere Auseinandersetzung mit einem Gegenstand möglich macht, wesentlich förderlicher. 5. Ordnung und Spielregeln sind selbstverständlich – auch im Umgang mit anderen Menschen. Z.B. beim Zuhören und beim Sprechen sind Regeln und Abmachungen wichtig. 6. Unterstützen Sie die Lernbegierde Ihres Kindes. Ihr Kind muss aber vor der Einschulung Fähigkeiten und Kenntnisse wie Schreiben oder …