Autor: Dr. Stefan Schwarz

Fröhlich

Ist eine Erdnussallergie heilbar?

Betroffene wissen es aus leidvoller Erfahrung – eine Erdnussallergie kann lebensgefährlich sein und schwerwiegendste Symptome verursachen. Und Sie bleibt im Gegensatz zu anderen Nahrungsmittelallergien, die sich im Laufe der Kindheit nicht selten wieder verlieren, oft lebenslang. Umso mehr lässt die Nachricht aufhorchen, dass es eventuell eine Heilungschance gibt. Australische Ärzte veröffentlichten kürzlich eine Studie, in der Kinder, die unter einer Erdnussallergie litten, über 18 Monate mit probiotischen Bakterien und erst kleinen, dann größeren Mengen von Erdnussallergenen behandelt wurden. Die Kinder erhielten also eine Hyposensibilisierung. Bei 80% der Kinder war die Therapie erfolgreich. Tatsächlich wiesen 67% der Kinder auch 4 Jahre nach der Therapie eine Toleranz auf, konnten also wieder Erdnüsse essen. Die anderen Kinder hatten zumindest keine bedrohlichen Symptome wie einen allergischen Schock. Eingesetzt wurde bei der Studie ein gewöhnliches Joghurtbakterium, Lactobacillus rhamnosus, allerdings in enormen Mengen, vergleichbar mit täglich 20 Joghurtbechern. Von Selbstversuchen ist natürlich dringend abzuraten, das könnte lebensgefährlich sein. Auch bringt das alleinige Joghurtessen wohl kaum Verbesserung. Dennoch lassen die Ergebnisse hoffen. Weitere Studien müssen folgen. Vielleicht steht am Ende aber in …

Tipp

Wachstumsschmerzen

Ja, es gibt sie wirklich, die berühmten Wachstumsschmerzen. Viele Eltern kennen die Beschwerden aus der eigenen Kindheit. Doch was steckt dahinter, was muss man tun? Der Begriff „Wachstumsschmerzen“ wurde schon vor sehr langer Zeit geprägt. Als Wachstumsschmerzen werden meist abends oder nachts auftretende Schmerzen der langen Röhrenknochen bezeichnet, also am Unter- oder Oberschenkel, aber auch die Arme können betroffen sein. Betroffen sind Klein- und Schulkinder. Oft haben die Kinder tagsüber besonders getobt oder waren körperlich aktiv. Die Schmerzen betreffen nicht die Gelenke, können ein- oder beidseitig sein oder wechseln die Lokalisation. Sie beginnen plötzlich und können stark sein. Manche Kinder erwachen davon. Am nächsten Tag ist alles vorbei und die Kinder sind aktiv wie eh und je. Sicher erklären kann man die Ursache der Beschwerden bis heute nicht. Es gibt verschiedene Theorien. Wichtig ist es, echte Erkrankungen als Ursache der Beschwerden auszuschließen. Geschwollene Gelenke, Rötungen, Schwellungen, Fieber, ein schlechter Allgemeinzustand oder sonstige Symptome werden bei Wachstumsschmerzen nicht beobachtet. Es ist auch nicht immer nur eine Stelle betroffen. Brüche nach einem Unfall sollten ebenso ausgeschlossen sein. …

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Das gibt´s doch nicht! Eine wahre Geschichte

Mesut ist 10 Jahre, ein etwas schüchterner, aber fröhlicher Junge. Er liebt Spaghetti und Fußball, ist intelligent, handwerklich sehr geschickt und spielt gerne mit anderen Kindern. Mesut ist vor eineinhalb Jahren nach Deutschland gekommen, alleine, denn die Familie wurde auf der Flucht getrennt. Den Stadtteil, aus dem Mesut stammt, gibt es nicht mehr, er ist zerbombt. Die Eltern flohen, um ihren Kindern das Leben zu retten. Seine kleinste Schwester hat Mesut allerdings noch nie gesehen, sie wurde erst nach der Trennung von den Eltern geboren. Mesut lebt heute in Deutschland bei einem Onkel. Wann und ob er seine Eltern wieder sieht, weiß niemand. Es fehlt das Geld für Pässe und die Flugkosten. Mesut vermisst seine Eltern natürlich sehr. Ab und zu erzählt er von ihnen, zum Beispiel wie er einmal mit seinem Vater einen Schrank aufgebaut hatte. Mesut durfte mit dem Akkuschrauber die Schrauben eindrehen, worauf er sehr stolz war. Mesut spricht inzwischen schon recht gut Deutsch, natürlich noch mit einigen Fehlern. In seiner Heimat konnte er in den Kriegswirren nur wenige Wochen die Schule …

Tipp

Tics

Josua ist 5 Jahre und treibt seine Eltern seit 5 Wochen in den Wahnsinn. Er räuspert sich ohne Unterlass viele, viele Male am Tag. Wenn Josua schläft, ist das Räuspern aber verschwunden. Was hat das Kind? In ihrer Not gehen die Eltern zu einem HNO-Arzt, der aber außer leicht gereizten Schleimhäuten nichts feststellt. Er sieht die Ursache nicht im HNO-Bereich und stimmt Josuas Kinderarzt zu, der einen Räuspertic diagnostiziert. Hier kann zunächst Beruhigung ausgesprochen werden. 4-12% aller Kinder haben – meist vorübergehende – Tics. Es sind 3x mehr Jungs als Mädchen betroffen, des Öfteren besteht eine familiäre Häufung. Auch vorübergehende Tics können aber bis zu 6 Monate andauern und auch einmal in anderer Form wiederkehren. Tics können sich vielgestaltig manifestieren: motorisch, vokal oder komplex zusammengesetzt. Räuspern, Lautieren, Blinzeln und vieles mehr kann auftreten. Wichtig ist zunächst, den Tic möglichst nicht zu verstärken und ihn einfach zu übergehen. Entspannung und Belohnungssysteme können auch hilfreich sein. Und es ist wichtig durchzuhalten, denn die Prognose ist gut.

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Sich schlau essen?!?

Ja geht das denn – sich schlau essen? So mancher selbsternannte Experte und so mancher Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln stellt das zumindest so dar. Natürlich gibt es Studien zum Einfluss der Ernährung auf die Hirnentwicklung und die Hirnleistungsfähigkeit. Aber die Mischung, die letztendlich im Magen der Kinder landet, ist so komplex, dass es sehr schwierig ist, Zusammenhänge klar zu beweisen. Tatsächlich zeigt sich jedoch, dass Fertigprodukte und industriell stark veränderte Zutaten ungünstig sind. Die Kinder, die frisch zubereitete Nahrung erhielten, schnitten in Tests bezüglich der Hirnleistung besser ab. Anders ausgedrückt: Viel Süß- und Knabberkram, Fertigprodukte, fast food & Co fördern nicht gerade die Denkleistung von Kindern. Allerdings kann man die Ursache dieser Effekte nicht aus den Daten der Studien herauslesen. Es kann ja auch sein, dass die Kinder, die viel fast food erhielten, andererseits weniger Förderung durch die Eltern erfuhren und mit ihnen weniger gespielt wurde, was zu einem schlechteren Abschneiden in den Tests führte. Übrigens ist auch die Nahrungsmenge wichtig. Zuviel – aber genauso zuwenig – Nahrung ist schlecht fürs Gehirn. Es gibt auch andere …

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Facebook beeinflusst das Körperbild

Viele Jugendliche nutzen Facebook intensiv und haben hunderte, wenn nicht tausende virtuelle Freunde. Da in den sozialen Netzwerken sehr viele Fotos getauscht und vor allem auch positiv oder negativ kommentiert werden, wirkt sich dies auch auf das eigene Körperbild erheblich aus. Wie eine australisch-britische Forschergruppe, die Jugendliche über einen Zeitraum von zwei Jahren beobachtete, kürzlich zeigte, steigt im Laufe der Zeit die Bedeutung und der Einfluss der Bekanntschaften. Aber nicht nur die Zeit war ein wichtiger Faktor. Je mehr virtuelle Freunde die 13 -15-jährigen Studienteilnehmerinnen hatten, desto mehr orientierten sie sich am Schlankheitsideal. Gefördert wird diese Entwicklung auch durch verschiedene „Challenges“, in denen es darum geht, möglichst dünn zu erscheinen. Die Folge ist, dass das normale Körperbild immer mehr verfremdet wird, was zu einer Körperwahrnehmungsstörung und letztendlich zur Ausbildung einer Essstörung führen kann. Die Facebook-Kontakte stellen also eine erhebliche Einflussgröße für Jugendliche dar. Das sollte man mit den Jugendlichen besprechen und die Zusammenhänge verdeutlichen. Außerdem sollte man sich im Klaren sein, dass der Einfluss sich nicht nur auf die eigene Körperwahrnehmung, sondern sicher auch auf …

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Kinder müssen Schwimmen können

Sommerzeit ist Badezeit! Herrliche Tage am See, Pool oder im Freibad. Doch gerade die kleinen Wasserratten sind gefährdet. Bei kleinen Kindern genügt bereits eine geringe Wassertiefe von wenigen Zentimetern zum Ertrinken, denn es kommt beim Eintauchen zu einem reflektorischen Atemstopp. 2016 ertranken einer offiziellen Statistik zufolge 46 Kinder und Jugendliche bis 15 Jahren in der BRD. 46 traurige Schicksale. Wir sind oft erstaunt zu hören, dass auch große Schulkinder das Schwimmen noch nicht gelernt haben. Schwimmen zu können ist aber die beste Prävention vor dem Ertrinkungsunfall. Außerdem macht Schwimmen Spaß und die Kinder sind auch stolz, wenn sie diese Fähigkeit erworben haben. Und es entspannt die Eltern, wenn sie wissen, dass der Nachwuchs sich über Wasser halten kann. Insofern ist das Schwimmenlernen ein gutes Ziel. Ab dem Vorschulalter sind die meisten Kinder fähig, einen Schwimmkurs erfolgreich zu absolvieren. Doch Vorsicht: Wenn Kinder gerade das Seepferdchen gemacht haben, sind sie noch keine sicheren Schwimmer! Der Anfang ist dann zwar gemacht, es braucht aber regelmäßige Übung, um die notwendige Sicherheit im Wasser zu erlangen. Darum streben Sie …