Autor: Dr. med. Gerald Hofner

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Tipp der Woche – Schönen Urlaub!

Lassen Sie es sich jetzt im Sommer mal so richtig gut gehen!!!! Ob zuhause oder im Urlaub! Genießen Sie die warmen Tage. Die kalten kommen eh viel zu früh wieder. Hängen Sie die Beine ins Wasser! Genießen Sie jeden Schluck Ihres kalten Getränkes. Und lassen Sie es sich mal so richtig gut gehen. Die Kinder brauchen diese Zeit der Ruhe. Ohne Stress und ohne Pflichten. Und Sie auch! Der Kinderarztblog wünscht eine schöne Ferienzeit!

Regeln im Kleinkindesalter

Erste Regeln für Kleinkinder – die drei, ohne die es nicht geht

Es ist ja nicht neu (und wurde im Kinderarztblog ja auch schon mehrfach thematisiert): Kinder sollten Regeln lernen, aber nicht zu viele. Und auch nur, wenn diese gut zum viel wichtigeren Lernen am Vorbild der Eltern passen. Manche Regeln sind dennoch sinnvoll. Die drei wichtigsten für das Alter ab 1 bis 3 Jahre sind für mich die folgenden. Sie erleichtern das Leben der Eltern, nehmen etwas von Stress und Chaos aus der Familie und sind langfristig sinnvoll, außerdem nicht zu aufwändig durchzusetzen: Es wird nichts herunter geworfen! warum? weil Dinge kaputt gehen, weil zerbrechliche Dinge ansonsten immer wieder verräumt werden müssen, weil dann mehr Ruhe herrscht, etwa auch am Esstisch. Erziehungstipp: klare Reaktion der Eltern, etwa das Umsetzen des Kindes vom Lieblingssitzplatz auf den Boden, kein Lachen der Anwesenden. Mit Essen wird nicht gespielt! warum? Neben der ethischen Betrachtung,dass Essen etwas Wertvolles ist, führt Spielen mit dem Essen zu Verschmutzung von Kleidung und Innenräumen. Außerdem sollten zur Vermeidung von Essstörungen Nahrungsmittel generell von Spielzeug abgegrenzt werden. Erziehungstipp: Überzähliges Essen entfernen, sobald vom Essverhalten auf Spielverhalten …

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Ein Credo für die klassische Familie

Vorbemerkung: Der Gedanke dieses Textes ist nicht, Alleinerziehende zu Außenseitern zu machen. Oder Frauen wieder wie im vergangenen Jahrtausend an den Herd zu schicken und ihnen Selbstverwirklichung (etwa im Job) zu verwehren. Aber: Die Gesellschaft hat in den letzten Jahrzehnten die Liberalisierung der Familie vorangetrieben – zum Teil unter dem politischen Druck von wenigen feministisch Denkenden, zum großen Teil sicher aber auch unter dem Druck der Wirtschaft, die von Arbeitskräften abhängig ist. An wem ist das ausgegangen? Gar nicht so sehr an den Kindern. Deutschland ist hier viele Schritte vernünftig gegangen mit der Einrichtung von Kitas oder von Erziehungsauszeiten. Obwohl es schon einige Studien gibt, die eine frühe Überforderung der Kinder in der Gesellschaft zeigen, und zwar umso ausgeprägter je weniger Zeit mit den Eltern zur Verfügung steht. Negativen Einfluss hat diese Entwicklung viel mehr auf die Eltern selbst, und hier aufgrund der immer noch vorherrschenden Rollenverteilung vor allem auf die Frauen. Die biologischen Bedürfnisse, sich um das eigene Klein- oder Schulkind zu kümmern, steht im Gegensatz zu den Ansprüchen der Gesellschaft an die Power-Frau …

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Eine Mumps-Endemie und was mir auffiel

In der Stadt, in der wir unserer Arbeit, der Kinderheilkunde nachgehen, ist es vor kurzem zu einer Endemie an Mumps gekommen. Was ist Mumps? Eine Viruserkrankung, die vor allem die Ohrspeicheldrüsen (Stichwort „dicke Backen“), aber auch andere Speicheldrüsen, in  Einzelfällen aber auch die Hoden (Stichwort Unfruchtbarkeit) oder das Gehirn befällt. Die Erkrankung ist durch Impfung weitgehend zu verhindern, und zwar durch zwei Impfungen. Diese werden in der Regel als Kombination mit der Impfung gegen Masern, Röteln und Windpocken im Alter bis zum 2. Geburtstag durchgeführt. Sie können aber prinzipiell in jedem Alter erfolgen. Was ist eine Endemie? Eine regional begrenzte Häufung einer ansteckenden Erkrankung. Ausgangspunkt dieser Endemie war ein Waldorfkindergarten, der traditionell eine höhere Quote an ungeimpften oder nur teilweise geimpften Kindern aufweist. Betroffen waren aber auch andere Einrichtungen und Schulen der Stadt und selbst ein Soldat in einer Gemeinschaftsunterkunft. Das Gesundheitsamt der Stadt hat daraufhin, um dem Gesetz Folge zu leisten und eine weitere Ausbreitung zu vermeiden, Ungeimpfte gänzlich und teilweise Geimpfte bis zum Nachweis der Nachholung der Mumpsimpfung, von Schulen und Kindergartengruppen ausgeschlossen. …

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Herztodesfälle beim Sport junger Menschen (und ihre Vorbeugung)

Herztodesfälle (der plötzliche Herztod) bei jungen Menschen sind dramatische Seltenheiten. Umso mehr fallen sie uns in unserer täglichen Routine auf. Umso mehr schüren sie Angst. Sie treten zu einem großen Anteil bei ungewöhnlichen Belastungen auf, häufig deshalb beim Sport. Die Ursachen sind vielfältig. Es können angeborene Fehlbildungen des Herzens (vor allem der Herzkranzgefäße) oder eine angeborene Neigung zu bösartigen Herzrhythmusstörungen sein, aber auch erworbene Herzerkrankungen, wie die „Kardiomyopathie“ (eine Störung der Herzmuskulatur) oder eine Virusinfektion. Die meisten dieser Störungen kann man mit wenig aufwändiger Diagnostik feststellen bzw. ausschließen. In der Regel reichen ein EKG und ein Herzultraschall, in Einzelfällen braucht es weitergehende Diagnostik. Welche Vorbeugung kann ich Ihnen als Kinderkardiologe und Sportmediziner deshalb empfehlen? Bei ambitionierten Sportlern (am besten allerdings bei allen Menschen) sollte die oben erwähnte Diagnostik durchgeführt werden. Dies tue ich regelmäßig zum Beispiel bei jugendlichen Leistungsfußballern im Auftrag des FIFA Medical Centers Regensburg. Außerdem sollten Symptome der eingeschränkten körperlichen Belastbarkeit oder andere Auffälligkeiten von Herz, Brustkorb oder Kreislauf immer Anlass sein, den Arzt zu befragen. Und drittens sollte Sport nach bakteriellen und …

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Tipp der Woche – Essen und TV sehen?

Um Kindern, die vermeintlich „schlechte Esser“ sind, das Essen interessanter zu machen, stellen ihnen manche Eltern Videos oder den TV zum Essen an. Durch den Einsatz von Tablet-PCs ist dies  auch am Esstisch leicht möglich. Aber….. Tun Sie das nicht! Wenn Kinder im Gehirn einmal Essen mit Videos oder TV verbunden haben, dann wird dies auch in Zukunft so bleiben. Das bedeutet dann etwa, dass später kaum mehr TV gesehen werden kann, ohne sich etwas zu Essen zu holen. Ein ganz klares Übergewichtsrisiko! Außerdem kommen Sie von der Unsitte nicht mehr so leicht weg. Gemeinsame Mahlzeiten sind ein wichtiger Bestandteil des geregelten Alltags und eine optimale Möglichkeit der Kommunikation – aber eben nur, wenn nicht der TV läuft. Wahrscheinlich sind die Kinder keine krankhaft schlechten Esser, sondern regulieren ihren Appetit nur anders, als die Eltern das (warum auch immer) gerne sehen würden. Vielleicht liegen ja auch die Eltern falsch.